KI-Telefonassistent oder Buchungssystem: Was Salons brauchen
KI-Telefonassistent oder Salon-Buchungssystem? Warum das kein Entweder-oder ist, was jedes leistet und welche Kanäle ein Salon wirklich abdecken sollte.
Viele Salonbetreiber stellen die Frage als Entweder-oder: Buchungssystem oder KI-Telefonassistent? In Wahrheit lösen die beiden unterschiedliche Probleme, und die eigentlich wichtige Frage ist, welche Wege zum Termin ein Salon überhaupt offen hält. Dieser Beitrag ordnet ein, was ein klassisches Buchungssystem leistet, wo es aufhört und wann sich ein KI-Telefonassistent lohnt. Stand: Juli 2026.
Was ein klassisches Buchungssystem leistet
Systeme wie Shore, Fresha, Treatwell, Salonized oder Planity sind das Rückgrat der Salonverwaltung. Sie bündeln die Online-Terminbuchung, den Kalender und die Kundenkartei, je nach Anbieter dazu Kasse, Lagerverwaltung, Marketing und automatische Erinnerungen. Manche bringen zusätzlich einen Marktplatz mit, über den Neukunden den Salon finden.
Das ist viel, und es ist wichtig. Wer keine Online-Buchung anbietet, verschenkt einen Kanal, den ein Teil der Kundschaft klar erwartet. Laut einer GetApp-Studie für Deutschland (Erhebung 2019, 250 Befragte) entscheiden sich 70 Prozent eher für einen Dienstleister, der Online-Buchung anbietet. Ein gutes Buchungssystem ist damit für die meisten Salons keine Kür, sondern Grundausstattung.
Wo diese Systeme aufhören
So stark diese Systeme im digitalen Kanal sind, einen Bereich decken sie systembedingt nicht ab: das Telefon. Sie nehmen keine Anrufe entgegen. Klingelt es, während geschnitten wird, oder ruft jemand nach Feierabend an, passiert dasselbe wie ohne Software. Niemand geht ran.
Genau dieser Kanal ist aber der wichtigste. Nach einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag von Enreach (2023) nutzen 74 Prozent der Menschen in Deutschland das Telefon für den Kontakt zu Unternehmen, und 60 Prozent halten gerade kleine Betriebe für telefonisch schlecht erreichbar. Ein erheblicher Teil der Terminwünsche entsteht zudem außerhalb der Öffnungszeiten. Der Salon-Software-Anbieter Phorest beziffert diesen Anteil auf rund 46 Prozent.
Dazu kommt, dass die Online-Buchung im Salonbereich in der Praxis weniger genutzt wird, als man denkt. Dieselbe GetApp-Studie fand, dass tatsächlich nur 5,56 Prozent online buchen und dass Online-Buchung für Schönheitssalons deutlich weniger wichtig bewertet wird als etwa für Ärzte. Das Telefon bleibt im Friseurbereich der reale Hauptkanal.
Der teure Teil daran ist, was mit einem verpassten Anruf passiert. Nach breit replizierten Zahlen von BIA/Kelsey rufen rund 85 Prozent der Anrufer nicht erneut an, wenn beim ersten Versuch niemand rangeht. Ein Buchungssystem ändert daran nichts, weil es an diesem Kanal nicht ansetzt.
Zwei Kanäle, keine zwei Konkurrenten
Damit wird klar, warum die Entweder-oder-Frage in die Irre führt. Ein Buchungssystem automatisiert den Online-Kanal und die Verwaltung. Ein KI-Telefonassistent automatisiert den telefonischen Kanal. Beide enden am selben Punkt, nämlich mit einem Termin im Kalender, aber sie fangen an unterschiedlichen Stellen an.
Wer beides nebeneinander betrachtet, sieht die Aufteilung deutlich:
- Online-Buchung rund um die Uhr: die Stärke des Buchungssystems.
- Anrufannahme während der Bedienung und nach Feierabend: das leistet nur ein Telefonassistent.
- Kalender, Kundenkartei und Kasse: die Domäne des Buchungssystems.
- Ein Anrufer, der lieber spricht als tippt: den erreicht man nur am Telefon.
Es geht also nicht darum, welches System gewinnt, sondern welche Eingänge zum Termin ein Salon offen hält. Ein rein digitales Buchungsformular lässt den größten Kanal unbesetzt. Ein Telefonassistent ohne Kalender hätte umgekehrt nichts, in das er buchen könnte.
Was das für die Entscheidung heißt
Für die Praxis lässt sich das auf ein paar einfache Fragen herunterbrechen.
Wenn Sie noch gar keine Online-Buchung haben, ist ein Buchungssystem der erste Schritt. Es schafft den Kalender, die Kundenkartei und den digitalen Kanal, auf dem alles Weitere aufbaut.
Wenn Ihr Telefon regelmäßig klingelt, ohne dass jemand rangehen kann, und Sie vermuten, dass dabei Termine verloren gehen, dann fehlt Ihnen die telefonische Ebene. Die deckt kein klassisches Buchungssystem ab, dafür braucht es einen Telefonassistenten.
Die meisten Salons brauchen am Ende beides. Der Kalender verwaltet die Termine, die Online-Buchung bedient die digital affine Kundschaft, und der Telefonassistent fängt den großen Rest ab, der weiterhin anruft.
Wie Terminando sich einordnet
Terminando ist bewusst auf die telefonische Ebene ausgelegt, die den reinen Buchungssystemen fehlt. Der KI-Telefonassistent nimmt jeden Anruf an, spricht natürlich Deutsch, beantwortet Fragen zu Leistungen und Öffnungszeiten und bucht Termine direkt im Gespräch. Kalender und Terminverwaltung bringt Terminando mit, sodass ein Anruf ohne Umweg im richtigen Kalender landet. Betrieben wird das DSGVO-konform mit Servern in der EU.
Der Anspruch ist nicht, ein Kassensystem oder einen Marktplatz zu ersetzen. Der Anspruch ist, den Kanal abzudecken, den die anderen offenlassen, nämlich das Telefon, über das im Friseurbereich weiterhin der größte Teil der Terminanfragen kommt.
Quellen
- YouGov im Auftrag von Enreach (2023, repräsentativ, Deutschland): 74 Prozent Telefon als wichtigster Kontaktkanal, 60 Prozent halten kleine Betriebe für telefonisch schlecht erreichbar.
- GetApp: Studie zur Online-Terminbuchung in Deutschland (70 Prozent bevorzugen Anbieter mit Online-Buchung, 5,56 Prozent buchen aktuell online, Online-Buchung für Schönheitssalons weniger wichtig bewertet).
- Phorest (Anbieterquelle, international): rund 46 Prozent der Buchungen fallen außerhalb der Öffnungszeiten an.
- BIA/Kelsey: rund 85 Prozent der Anrufer rufen nach einem erfolglosen Versuch nicht erneut an.